Herr Bernd Meyer Photos

Photos aus Buten und Binnen

Glaner Braut

Straße der Megalithkultur
Station 30 b-d

Die Straße der Megalithkultur verbindet in 33 Stationen zwischen Osnabrück und Oldenburg die eindrucksvollsten und am besten erhaltenen jungsteinzeitlichen Großsteingräber Nordwestdeutschlands. Entlang der Route erfahren Sie viel Wissenswertes rund um die ältesten Monumente der Region sowie zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten.

Glaner Braut I-III

Die am Westufer der Hunte errichtete „Glaner Braut“ zählt zu Recht zu den begehrtesten Ausflugszielen der Region. Die drei beachtlichen Großsteingräber liegen in einem 16 ha großen, weitläufig mit Heide bedeckten Naturschutz- und Wandergebiet. Die Großsteingräber-Gruppe wird aus zwei Hünenbeten und einem kleinen Ganggrab gebildet.
Mit einer Länge von 50 m und einer Breite von 6 bzw. 8 m ist das annähernd ostwest-gerichtete Grab I das größte von allen. Die Umfassungssteine sind beinahe vollzählig erhalten. Wenige Meter östlich davon liegt mit einer Länge von 30 m das deutlich kürzere Grab II. Das 5 bzw. 6 m breite, in etwa nordsüdlich gewandte Grab verfügt über eine erheblich besser erhaltene Kammer. Ebenso sind Trag- und Eingangssteine vollzählig anzutreffen. Die Umfassungssteine sind lückenhaft vorhanden. Wenige Schritte südwestlich befindet sich als Besonderheit ein Ganggrab III. Die Tragsteine der kleinen in Nordost-Südwest orientierten Kammer (6 x 2 m) befinden sich nahezu alle in Originallage. Drei von vier Decksteinen sind zu erkennen.

Die für eine Grabstätte verwunderliche Bezeichnung „Braut“ wurde wahrscheinlich in Anlehnung an das zweitgrößte Großsteingrab der Wildeshauser Geest, die Visbeker Braut, geprägt. Mutmaßlich leitete man die Namensgebung aus der vorchristlichen Sitte ab, wichtige Feierlichkeiten wie Hochzeiten in Nähe jungsteinzeitlicher Grabanlagen zu zelebrieren.

Grab 1 (Umfassungsmaße: ca. 50 x 6 bzw. 8 m, Kammerbreite: ca. 2 m) und
Grab 2 (Umfassungsmaße: ca. 30 x 5 bzw. 6 m, Kammergröße: ca. 6 x 1 m) zählen zum Typus der Hünenbetten.
Grab 3 (Kammergröße: ca. 6 x 2 m) und Grab 4 (Maße nicht rekonstruierbar) wurden als Kammergräber ohne gesonderte Umfassung konzipiert.

Zeugnis der Sesshaftwerdung

Großsteingräber wie die „Glaner Braut“ gelten als die ältesten erhaltenen Bauwerke des nördlichen Mitteleuropa.
Bis ins vierte Jahrtausend v. Chr. lebten in der Wildeshauser Geest ausschließlich Jäger und Sammler. Erst die Angehörigen der sogenannten „Trichterbecherkultur“ (ca. 3500 – 2700 v. Chr.) ließen sich dauerhaft nieder. Sie züchteten Vieh, pflanzten Getreide und wohnten in Pfostenbauten. Vermutlich glaubten sie an ein jenseitiges Leben und errichteten ihren Verstorbenen daher mitunter monumentale Grabstätten aus Findlingen. Jene, Großstein- bzw. Megalithgräber (griech.: mega=groß, lithos=Stein) genannten Grablegen wurden nicht für Einzelpersonen, sondern für Gruppen errichtet und über viele Generationen hinweg genutzt.

Wissenswertes:
Haus und Hof vor 5000 Jahren

Im 4. Jahrtausend v. Chr. gaben die Menschen in unserer Gegend die nomadische Lebensweise des Jagens und Sammelns auf und legten dauerhafte Besiedlungen an. In Flögeln bei Cuxhaven konnte ein 12,75 x 4,8 m großer Hausgrundriss freigelegt werden. Sechs Löcher für Seitenpfosten und mittig fünf Doppellöcher für die die Dachkonstruktion stützende Zentralpfosten wurden dabei entdeckt. Die Wände bestanden vermutlich aus lehmverstrichenem Flechtwerk. Üblich war die Aufteilung der Fläche in Wohn-, Arbeits- und Lagerbereich. Haustiere wie Hund, Rind, Schwein, Schaf und Ziege lebten mit den Menschen unter einem Dach und waren jetzt Rohstofflieferanten für Bekleidung und Ernährung. Auf Feldern in unmittelbarer Nähe wurden Getreide, Öl- und Hülsenfrüchte angebaut, die den Speiseplan im Neolithikum erweiterten ergänzten.

Textquellen: Infotafeln vor Ort
Fotos © Herr Bernd Meyer

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